Spiritual Farming der Irular

Unser Agroforstprojekt ThondamanalurErnährung und Vielfalt im Einklang mit Natur und Gemeinschaft.

In Thondamanalur, Tamil Nadu, wächst seit einigen Jahren ein einzigartiges Agroforstprojekt, das auf den Prinzipien der Permakultur basiert und von Sri Subhash Palekar entworfen wurde. Ziel dieser Initiative ist es, die Dorfgemeinschaft nachhaltig mit frischen Lebensmitteln zu versorgen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit sowie die ökologische Vielfalt zu stärken. In dem klimaresilienten Waldgarten gedeihen verschiedenste Pflanzenarten, die sich in Mischkultur gegenseitig ergänzen. Neben Mangos, Drumsticks (Moringa), Guaven und Süßkartoffeln werden auch Neem, Chili, diverse Bananensorten und viele weitere Früchte, Gemüse- und Heilpflanzen kultiviert. Diese Vielfalt sorgt nicht nur für eine breite Ernährungspalette, sondern schützt den Boden vor Auslaugung und schafft Lebensraum für nützliche Insekten und Vögel. Ein Teil der Ernte wird direkt im Dorf verzehrt und trägt wesentlich zur alltäglichen Ernährungssicherheit bei. Überschüsse gelangen über den lokalen Straßenverkauf auf die Märkte der Region – ein direkter und transparenter Weg, der den Bauernfamilien zusätzliche Einkommen schafft und den Dorfbewohnern günstige, gesunde Produkte bietet. Das Agroforstprojekt in Thondamanalur zeigt, wie traditionelles Wissen und moderne Permakultur zusammenwirken können: Es verbindet ökologische Resilienz mit lokaler Wertschöpfung und macht das Dorf weniger abhängig von externen Nahrungsmittelquellen. Gleichzeitig setzt es ein starkes Zeichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, die den Menschen dient, ohne die Natur auszubeuten.

 

 

 

Brachliegenden Fläche. Darauf haben Irular einen ertragreichen  Wild-Nutz-Wald angelegt.

Hier wurde  ein kleiner Wild-Nutz-Wald angelegt. Es geht darum praktische Erfahrungen zu sammeln.  

Seit Jahrtausenden hegten und pflegten sie die Wälder

Es ist leider wenig bekannt, dass die Irular, wie auch andere Urvölker, von jeher Natur und insbesondere Wälder geschützt haben. Sie haben ihnen nur das entnommen, was sie unbedingt brauchten. Wenn sie Wurzelteile nutzten, achteten sie darauf die Hauptwurzel nicht anzutasten. Pflanzliche Abfälle haben sie in den Wäldern verstreut, damit neue Pflanzen entstehen können. Wir wissen heute, dass Naturschutzgebiete in denen Indigene umherschweifen, eine reichere Tier- und Pflanzenwelt aufweisen, als solche, aus denen man sie vertrieben hat (was leider heute immer noch geschieht).

 

Zero Budget Natural Farming – das neue Konzept aus Indien

ZBNF ist ein neues in Indiens entstandenes von Subhash Palekar erforschtes und publiziertes Konzept, das unter andern Maßnahmen eben auch die Wildnutzwald-Anlagen vorschlägt. Es geht in dem Konzept darum Kosten zu sparen und den Einsatz von Chemikalien auszuschließen. Die landwirtschaftlichen Anlagen sollen autonom sein, etwa nur selbst produzierten Naturdünger verwenden. Es gilt zu vermeiden, dass irgendwelche Stoffe zugekauft werden. Das heißt: Von außen soll nichts hinzukommen.

Dabei wird besonders auch der Umstand genutzt, dass verschieden durchaus unterschiedliche Pflanzen sich gegenseitig unterstützen, z.B. Basilikum - Tomate. Ein bestimmtes Kraut, dicht neben einen Obstbaum gepflanzt, kann bisweilen, den Baum vor Schädlingsbefall schützen. Es geht natürlich auch darum herauszufinden, welche Pflanzen sich gegenseitig unterstützten.

Bananen und Chili Pflanzen wachsen zusammen

 

Vorteile des neuartigen Waldtyps

Keine Frage, dass es ein großer Vorteil ist, wenn eine Fläche in nicht einen Wald auf der einen und in Frucht- und Gemüseanbau auf der anderen unterteilt werden muss, sondern als Ganzes mit Wild-Nutz-Wald bepflanzt werden kann.

Wir verbreiten Wälder, die dem Klimaschutz dienen, aber auch zur Ernährung der Menschen beitragen. Und es entsteht eine Landwirtschaft, die auf die verfluchten Pestizide unschwer verzichten kann. Tatsächlich sind Umwandlung der Wälder in Ackerflächen und Holzeinschlag die Hauptursache für einen zu hohen CO2-Ausstoß.

Wir haben aber noch etwas Besonderes im Sinn:

Die Irular benötigen zwar Landwirtschaft, sollen aber auch weiterhin Ihre Kräuterkenntnisse pflegen können.

Sie stellen Heilmittel her, die aus vielen Bestandteilen bestehen, etwa wirksame Mittel gegen Schlangenbiss. Früher benutzten sie für Verletzungen durch verschiedene Schlangen auch unterschiedliche Heilmittel. Nun weiß man ja nicht immer, welche Schlangenart die Übeltäterin war. So haben sie jetzt ein Heilmittel für Bisse aller Schlangenarten entwickelt. Es ist gemixt aus 37 pflanzlichen Bestandteilen.

 

Wertvolle Medizin-Kenntnisse der Ureinwohner erhalten

Wenn allerdings die Adivasi aus den Wäldern ausgeschlossen sind oder überhaupt keine mehr vorfinden, dann drohen ihre wertvollen Kenntnisse und Methoden in Vergessenheit zu geraten.

Durch die Anlage von Wild-Nutz-Wäldern, in die die wichtigsten von den Irular verwendeten Pflanzen und Kräuter einbezogen werden, können wir gewährleisten, dass die Irular und andere Adivasi ihre Pflanzen-Exkursionen auch in Zukunft weiter unternehmen können.

 

 

Irular ernten Süsskartoffeln auf unserer Agroforst-Farm

Wild-Nutz-Wälder in Deutschland?

Warum eigentlich nicht? Natürlich müssen deutsche Wild-Nutz-Wälder aus anderen Pflanzen gestaltet werden, wie die in Indien. Bananenstauden gedeihen in unserem Klima eher selten. Wie so ein Wald aussehen kann, muss schon noch gründlich erforscht werden.

Nun haben wir aber als sogenannten Nutzwald einen Wust von Nadelbäumen, die dann alle für die Holzgewinnung abgehauen werden. Sind das noch Wälder? Schön ist anders. Aber natürlich – ein Waldbesitzer will aus seinem Forstbestand Nutzen erzielen!  Das ist verständlich.

Und die Anlage von Wild-Nutz-Wäldern könnten doch eine Alternative sein! Und natürlich könnte auch bei uns der Waldbestand wesentlich größer werden.

Brachliegende Flächen, die sich anderweitig kaum nutzen lassen, könnten als Untergrund für diesen Waldtyp durchaus in Frage kommen. 

Wenn wir uns alle auf breiter Front dafür einsetzen,  besteht schließlich die Chance der derzeitig fortschreitenden Verlust an urtümlichen Wäldern nicht nur zu stoppen, sondern auch umzudrehen. 

Der Nachteil, dass man in Wild-Nutz-Wäldern nicht mit Maschinen ernten kann, sollte doch angesichts der vielen Neuzuwanderer, die Landarbeit suchen, nun wirklich auch kein Hinderungsgrund sein.

 

Wir sammeln Erfahrungen mit Wild-Nutz-Wäldern in Indien, sind aber auch gerne bereit, NGOs, die sich dafür interessieren beispielsweise in Hamburg und Umgebung solche Wälder anzulegen, beratend zur Seite zu stehen. 

 

Wer legt hier bei uns den ersten Wild-Nutz-Wald an? Eine wirklich notwendige Maßnahme des Klimawandels, die auch noch Gewinn abwirft! Das ist etwas für das man sich doch wirklich  begeistern kann!

                              Denn:

                              So sind die Wälder zu retten!

                              So sind alle Pflanzen zu retten!

                              So sind die Tiere zu retten!

                              So sind die Menschen zu retten!

 

So haben wir alle zusammen eine Zukunft.

 

                                          

                                            www.zukunft-Irular.de